Meins by Blood

Er

„Deine Augen“, flüsterte sie.

Ihre Stimme durchbrach die drückende Stille. Ich beobachtete, wie ihre Lippen die Worte formten, eine sanfte Beschwörung, die etwas Rohes in mir weckte.

Kein Zauber fesselte mich, keine Hexe war in diesem Raum, soweit ich das beurteilen konnte, nur der unerbittliche Sog von Blut und Verlangen.

Ich zwang meine Augen zurück zu ihrem kalten, blauen Farbton, Stahl legte sich in meinen Blick. Ich hatte noch nie Blut wie ihres gekostet.

Ich ging in die Hocke, um sie genauer betrachten zu können. Ihre großen Augen wichen meinen nicht aus, flackerten vor Schrecken und Verzweiflung. Der Puls an ihrem Hals pochte und ich konzentrierte mich darauf, wie ihre Haut vibrierte.

An ihren Handgelenken war Gaze, frisch von feuchtem Blut. Der Geruch traf mich zehnfach stärker und drang bis in mein Innerstes. Sie hatte erst vor wenigen Minuten geblutet, um meinen Becher zu füllen, und jetzt wollte ich nichts weiter, als meine Fänge in ihren Hals zu schlagen.

Es war kein Kampf mehr in mir; nur noch der Drang, zu nehmen, was mein war.

Meine Hand fand mit brutaler Absicht ihren Hals. Ihr Schrei zerriss die Luft, wurde aber schnell von einem anwachsenden Wimmern verschluckt, einem schwindenden Widerstand, der meine Gier nur noch anfachte.

Meine Fänge durchstachen ihre Haut, und die Flut kupferner Hitze ertränkte alles außer ihrem Leben, das in mich strömte. Ich trank tief, rau und unerbittlich, bis ihr Körper erschlaffte, ihr Atem flach und unregelmäßig wurde.

Schwach drückte sie gegen mich, doch das vertiefte nur den Rausch, das Blutsfeuer, das mich verzehrte.

Als ich mich endlich löste, haftete der metallische Geschmack an meinen Lippen. Ihre Augenlider flatterten, schwer von Verlust und Hingabe, und kämpften darum, offen zu bleiben.

Ich blickte auf sie herab, jeden Zentimeter mein und doch völlig außer Kontrolle.

Ich war Raubtier und Gefangener zugleich, gebunden an ihr Blut, an dieses verzweifelte, exquisite Bedürfnis.

Ich würde mich nie wieder von einer anderen nähren, denn keine andere könnte mich befriedigen.

Ihr unregelmäßiger Atem streifte meine Haut und zog mich erneut an sie heran. Meine Fänge fanden wieder die zarte Biegung ihres Halses, der Hunger ungebrochen.

Ich trank noch eine Minute lang und riss dann meine Zähne aus ihrem Hals, wobei ich das Innere meines Mundes mit dem benetzte, was von ihrem Blut übrig war. Ich blickte nach unten und sah zu, wie ihre Augenlider vollständig zufielen, wie sie der überwältigenden Erschöpfung erlag.

Ich hatte ihr zu viel genommen. Eine Welle des Bedauerns kratzte an den Rändern meines Bewusstseins, eine instinktive Erkenntnis der Grenze, die ich überschritten hatte. Ich verlor nie die Kontrolle, nicht so.

Aber es war fast unmöglich gewesen, aufzuhören. Jeder Zentimeter meines Körpers stand in Flammen und sehnte sich nach einem weiteren Tropfen ihres purpurnen Goldes. Sie regte sich in meinen Armen, das Klirren ihrer Ketten hallte in der Luft wider.

Während sie weiter in die Bewusstlosigkeit glitt, runzelte ich die Stirn über die Zerbrechlichkeit ihrer sterblichen Existenz.

Ein schwaches Stöhnen entkam ihren Lippen, während sie ihre schmalen Augen langsam über mein Gesicht wandern ließ. Das Stöhnen wurde zu einem hohen, schrillen Wimmern, ihr Gesicht und ihre Lippen verzogen sich zu einer schmerzerfüllten Grimasse. Ich konnte ihre Knochen spüren, und als ich sie genauer betrachtete, bemerkte ich die blauen Flecken und die Narben, die ihren Körper überzogen.

„Verdammtes schwaches Ding“, murmelte ich leise und erkannte, dass ich mich dazu verpflichten würde, mich um sie zu kümmern, wenn ich sie mit nach Hause nähme.

Sie würde sterben, wenn sich niemand um sie kümmerte.

Sie war ein Mensch, etwas anderes hatte ich nicht erwartet.

Die Ketten, die sie an die Wand fesselten, schienen überflüssig, und mit einem ungeduldigen Ruck riss ich sie los, das Geräusch hallte durch die Kammer. Ihr schlaffer Körper fühlte sich federleicht in meinen Armen an, als ich sie aufnahm und ihre zierliche Gestalt an meine Brust schmiegte.

Ich trat aus dem Käfig und ignorierte das Wimmern der Menschen, die versuchten, sich vor mir zu verstecken. Sie hielten zu viel von sich selbst. Keiner von ihnen interessierte mich.

Sie konnten alle sterben.

„E-Eure Majestät.“ Der Besitzer der Bar ging neben mir her, sein Blick schielte auf den Menschen in meinen Armen.

„Ich nehme mir, was mir gehört.“

Seine Lippen klappten auf und zu wie bei einem Fisch, der nach Luft schnappt. „Eure Majestät, ich würde sie mehr als gerne für Euch hierbehalten. Als exklusive Aderlasserin, selbstverständlich. Aber … sie gehört mir. Sie trägt mein Emblem.“

Ich blieb stehen. Langsam senkte ich meinen Blick zu ihrem Knöchel.

Ein Eisenring umschloss ihr zartes Glied, eine rostige Kette schleifte dahinter, die durch ihr Zittern noch leise klirrte. Ein grobes Emblem war in das Metall eingebrannt worden.

Seins. Dasselbe Emblem, das in die Wände dieses pisseverschmierten Kerkers gebrandmarkt war. Sein Anspruch. Sein Besitz.

Mein Kiefer zuckte.

Ich beugte mich hinunter und hakte zwei Finger unter den Ring. Das Metall leistete für den Bruchteil einer Sekunde Widerstand, bevor es unter meiner Berührung wie ein spröder Zweig zerbrach. Die Kette schlug mit einem Klirren auf dem Boden auf, das den Besitzer zusammenzucken ließ.

Ich stieß ihm den zerbrochenen Ring gegen die Brust.

„Sie gehört mir.“ Meine Stimme war leise, ruhig, endgültig.

Er nickte schnell und umklammerte das Emblem, als könnte es ihn verbrennen. „J-Ja, Eure Majestät.“

Ohne ein weiteres Wort wandte ich mich ab, das Mädchen schlaff und warm in meinen Armen, ihr Blut pulsierte noch immer unter meiner Haut wie eine Droge, der ich nicht aufhören konnte nachzujagen.

Sie gehörte mir.

Ich trat aus dem Hinterzimmer, der Geruch von Blut und Angst hing noch immer an mir wie Rauch. Meine Finger krallten sich um ihren Oberschenkel und ihre Schulter.

Der Hauptraum verstummte, als ich eintrat. Gespräche erstarrten. Becher hielten in der Luft an.

Andras saß noch an unserem Tisch, zurückgelehnt mit einer halbnackten Frau auf seinem Schoß. Ihr Hals wies frische Bisswunden auf, ihr Mund war in einem Dunst aus Lust und Verwirrung geöffnet.

Andras erstarrte. Er starrte mich an, dann die Frau in meinen Armen. Und wieder mich. Er sprach nicht, und ich hielt seinen Blick, als ich an ihm vorbeiging.

Ohne ein Wort schob er die Frau von seinem Schoß, und wir gingen gemeinsam zur Tür.

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