Mia behalten

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Lacey St Sin · Laufend · 96.7k Wörter

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Einführung

„Du hast mir etwas angetan. Ich war am Laufen und du hast eine Art Waffe auf mich gerichtet und jetzt...“ Mia sah sich um und bemerkte weitere Frauen in der Nähe.
„Ja, du bist eine der Auserwählten. Es ist wichtig, dass du jetzt isst. Wir müssen bald weiter, der Wald ist nachts nicht sicher.“

„Auserwählt wofür? Ich weiß nicht einmal, wo ich bin. Entweder bin ich total high oder das ist irgendein ausgeklügelter Streich...“

Sie warf einen Blick auf die anderen Frauen. Sie waren jung, vielleicht sogar jünger als sie selbst. Zwei mit dunklem Haar und olivfarbener Haut kauerten nebeneinander, ihre Augen glasig und weit aufgerissen. Sie sahen aus wie Schwestern, vielleicht.

Eine Blondine saß mit geradem Rücken da, ihre Hände zitterten, als sie etwas zu ihren Lippen hob und einen Bissen nahm. Die letzte war ein blasses kleines Ding, das auf dem Boden kauerte, die Arme um die Knie geschlungen und der kastanienbraune Bob hing ihr ins Gesicht.


Mia findet sich von einer exotischen außerirdischen Rasse gefangen und durch ein Portal in ihre Welt, Callaphria, gezogen.
Eine fremde, gewalttätige Welt voller gefährlicher Raubtiere. Eine Welt, die durch einen jahrzehntelangen Krieg verwüstet wurde... und die Livarianer sind die letzten ihrer Art.
Zusammen mit mehreren Dutzend anderer Frauen erhält sie die Aufgabe, einen Partner zu wählen und... Kinder zu zeugen. Das wird nicht passieren. Stattdessen ist Mia entschlossen, einen Weg zurück zur Erde zu finden, aber je mehr sie über das Schicksal der Livarianer erfährt, desto mehr fühlt sie sich zu ihnen hingezogen. Und je mehr sie über Draven, ihren Anführer, erfährt, desto mehr hinterfragt sie, was sie wirklich will.
Als sie erfährt, dass etwas ihr Volk jagt, ist Mia entschlossen, sie alle zu retten. Denn der wahre Feind ist nicht das, was sie denken.

Die Fortsetzung „Tianna zähmen“ kommt bald

Kapitel 1

Autorenhinweis: Hallo, liebe Leser! Ich hoffe sehr, dass euch dieses Buch gefällt, das erste aus meiner „Ferne Welten“-Sammlung. Wenn ihr Mia und Tianna liebt und es kaum erwarten könnt, mehr aus diesen Welten zu erfahren, dann besucht meine Webseite www.laceystsin.com und meldet euch für meinen Newsletter an, um Updates und kostenlose Inhalte zu erhalten! Dort wird gerade eine Geschichte veröffentlicht, die die Handlung der Livarier fortsetzt, von denen ihr in diesem Buch lesen werdet. Viel Spaß beim Lesen und genießt es!

„Aber Frau Mckay, ich habe einen Pool im Garten. Da würde ein Großer Tümmler reinpassen, da bin ich mir sicher“, Ainsly sah Mia mit großen, hoffnungsvollen braunen Augen an. Mia überlegte einen Moment, ob sie dem Mädchen seinen Traum lassen sollte, entschied sich dann aber, sie sanft auf den Boden der Tatsachen zurückzuholen. Schließlich war es ihre Aufgabe, diesen kleinen Rackern etwas über Meereslebewesen beizubringen.

„Ich glaube, es ist besser, dein Lieblingstier dort zu besuchen, wo es lebt: im Ozean. Delfine brauchen sehr viel Platz zum Springen und Planschen, und das Süßwasser in Swimmingpools ist nicht gesund für sie, sie würden davon krank werden.“

Ein paar Hände schossen in die Höhe und Mia wappnete sich für den Kampf, den es kosten würde, fünfzehn Siebenjährige wieder zum Thema zurückzubringen.

„Ja, Derrik?“

„Heißt das, wenn Delfine nicht in Süßwasser leben können, müssen sie in schmutzigem Wasser leben?“

Na super. Jemand hatte am Anfang der Stunde nicht zugehört. Es hätte sie mehr beunruhigt, aber es war Freitagnachmittag um drei Uhr, und nach der Woche waren alle ziemlich erledigt.

„Wer erinnert sich an die zwei Arten von stehendem Gewässer?“, fragte sie und warf die Frage an die Klasse zurück. Vielleicht hatte ja doch jemand aufgepasst und sie konnte sich damit trösten, dass ihre Versuche, diesen Kobolden etwas beizubringen, nicht kläglich scheiterten. Diesmal wählte sie ein ruhigeres Mädchen aus, eines, das selten Ärger machte … oder unsinnige Zwischenfragen stellte.

„Ja, Ingrid?“

„Frau Mckay … Peter hat auf meinen Schuh gekotzt.“

Die Klasse scharte sich um die Tragödie, einige rannten hin, um die Überreste von Peters Mittagessen zu begutachten, während andere angewidert auf ihre Stühle kletterten. Mia sah zu Peter. Tatsächlich war sein Gesicht vollkommen blass, seine kleinen, glasigen Augen tränten. Wie hatte er es geschafft, so leise krank zu werden? Sie hatte nicht das Geringste bemerkt.

Die letzte Schulglocke läutete und sie unterdrückte den Drang, ein Halleluja zu schreien. Stattdessen isolierte sie schnell den Kranken und begann den langwierigen Prozess, die Schüler für den Heimweg fertig zu machen. Es dauerte eine lange halbe Stunde, bis sie die kleinen Kobolde zur Tür hinausbefördert hatte und das Chaos begutachten konnte.

Ekelhaft. Ekelhaft. Ekelhaft.

Nun ja, es war ein passender Abschluss für eine beschissene Woche.

Es war schon spät, als sie in ihrer kleinen Wohnung ankam. Wäre sie klüger, würde sie nicht all ihre Besorgungen auf einen Freitagabend verschieben. Sie stellte ihre Arbeitstasche neben die Tür, streifte die Stiefel ab und dehnte sich, während sie als Nächstes ihren BH öffnete. Sie zog das störende Kleidungsstück aus und warf es auf die Kante des Sofas. So. Zuhause.Normalerweise hätte sie den Kühlschrank durchwühlt und sich irgendeine lustlose Idee für das Abendessen ausgedacht, doch Peters kleines Chaos hatte ihr den Appetit verdorben. Sie ging zum Spülbecken, schenkte sich ein volles Glas kaltes Wasser ein und ließ sich dann auf der Couch nieder, wo sie ihren Laptop hochklappte und die nächste Folge von „The Good Place“ startete.

Ohne Vorwarnung landete ein geschmeidiger Fellball auf ihrem Schoß und grub die Krallen in ihre Oberschenkel. Sie stellte ihr Glas ab, damit es nicht verschüttete.

„Vorsicht, Flauscheball, das ist immer noch meine Arbeitshose.“ Kiki, Mias dreifarbige Katze, starrte sie mit finsteren Augen an. Ach ja … wie konnte sie es wagen, Ihre Majestät zu korrigieren. „Schon gut, mach es dir einfach bequem.“

Kiki rollte sich zu einem gemütlichen kleinen Knäuel zusammen und Mia wartete, bis der Vorspann der Folge durchgelaufen war.

Na ja … es gibt keinen besseren Zeitpunkt als jetzt.

Sie zog ihr Handy aus der Tasche und entsperrte den Bildschirm. Einst war dieses kleine technologische Rechteck ihre Rettung gewesen, das Mia mit ihren Freunden und ihrer Familie drei Bundesstaaten entfernt verband, aber jetzt … jetzt fühlte es sich eher wie eine Fessel an, eine weitere Erinnerung.

Wie erwartet, war die oberste Benachrichtigung all ihrer verpassten Mitteilungen Brians Nummer. Hmm. Drei verpasste Anrufe. Er war an diesem Morgen hartnäckig gewesen. Mia gestattete sich eine Welle der Frustration. Natürlich hatte er versucht, sie zu erreichen, während sie mit Unterrichten beschäftigt war. Ihm kam nie in den Sinn, dass sie ein eigenes Leben haben könnte oder dass sein Drama gleich am Morgen ihr den ganzen Tag verderben würde. Aber er war ja noch nie jemand gewesen, der die Dinge aus Mias Perspektive sah. Sie drückte auf den Button für die Mailbox.

„Mia, können wir einfach reden …“

Nein. Das konnten sie definitiv nicht. Sie löschte diese Nachricht und auch die nächsten drei von ihm. Die Zeit des Redens war längst vorbei. Jetzt war es an der Zeit, ihr Leben zurückzuerobern und herauszufinden, was sie als Nächstes tun würde. Ihre Stelle an der Riverdahl-Grundschule war fast zu Ende; sie hatte für den Rest des Schuljahres die Vertretung für die Lehrerin übernommen, die im Mutterschaftsurlaub war. Der Gedanke jagte eine kleine Welle der Panik durch sie. Nichts in ihrem Leben war wirklich stabil. Am liebsten wäre sie sofort nach Hause nach Devils Lake gerannt.

Und was dann, Mia? Bei Mama einziehen?

Sie schauderte. Nein, bei ihrer Mutter zu leben, war keine Option. Es gab auch keine Schulfreunde, bei denen sie unterkommen könnte. Die meisten heirateten und gründeten Familien. Sie hatte sich ihr ganzes Leben lang wie das fünfte Rad am Wagen in ihrer kleinen, dysfunktionalen Familie gefühlt; dahin wollte sie nicht zurück. Gott, sie hatte es wirklich vermasselt, als sie Brian nach Rockford gefolgt war.Sie blickte auf Kiki hinunter und strich der Katze ein paar Mal lang über ihr geschmeidiges Fell. Das half ein wenig.

Die nächste Nachricht war von Jainie, aber auch auf diese antwortete Mia nicht. Jainie sollte eigentlich mit beiden befreundet sein, und sie würde wissen wollen, was los war. Mia hatte nicht die Kraft, ihr zu erklären, wie sie monatelang wegen seiner späten Abende misstrauisch gewesen war oder wie sie recht behalten hatte. Außerdem war Jainie eine passive Närrin. Sie würde Mia fragen, wie sie sich so sicher sein könne, und alles daransetzen, die Wogen zwischen ihr und Brian wieder zu glätten.

Das wollte Mia nicht. Sie war verletzt und wütend, aber als sie die Puzzleteile endlich so zusammengesetzt hatte, dass es nichts mehr zu leugnen gab, war es keine Schwermut, die sie empfunden hatte. Es war Erleichterung. Oh, sie war untröstlich. Sie hatte Brian geliebt, oder zumindest hatte sie den geliebt, für den sie ihn gehalten hatte. Ihre Beziehung war eine dieser langjährigen gewesen … seit den ersten Jahren der Highschool. Sie waren Freunde gewesen und dann ein Paar. Mia trauerte dem nach, vermisste die Kameradschaft, aber sie vermisste nicht das ständige Gefühl des Misstrauens, als stünde sie kurz davor, etwas zu entdecken, das ihr nicht gefallen würde. Dieses Bauchgefühl hatte sie viel zu lange ignoriert, und die Erleichterung, dass sie recht hatte, dass sie nicht verrückt war und etwas Besseres verdiente, daran hatte sie sich den letzten Monat geklammert.

Also ignorierte sie auch die Nachricht von Jainie, schaltete ihr Handy wieder auf lautlos und legte es beiseite. Es würde noch genug Zeit geben, sich später den Trümmern ihrer Beziehung zu stellen. Fürs Erste wollte sie sich auf sich selbst konzentrieren.

Eigentlich war es nicht fair, diese weitreichende Macht der Technologie. Aber selbst als ihr Handy ausgeschaltet und lautlos war, wusste Mia, dass es irgendwie klingelte. Sie blinzelte und war wach. Sechs Uhr siebenundfünfzig. Ugh. Im Ernst, Brian? Sie stöhnte, benommen vom Schlafmangel … oder vom fehlenden Kaffee.

Wie ein Zombie aus der Apokalypse wuchtete sie sich aus dem Bett. Sie war müde und entkoffeiniert, aber zumindest um eines dieser Dinge konnte sie sich kümmern. Sie schlurfte in die Küche und schaltete George, die Kaffeemaschine, an. Die Arbeitsplatte war vom Vorabend noch sauber und sie lehnte sich dagegen, während sie ungeduldig darauf wartete, dass genug von dem schwarzen Wundertrank für eine Tasse durchgelaufen war. Nach dem Licht zu urteilen, das durchs Fenster fiel, versprach es ein schöner Tag zu werden. Sie beschloss, auf das Fitnessstudio zu verzichten und stattdessen im Flusstal zu laufen. In der Natur zu sein hob ihre Stimmung immer.Nachdem sie ihr Getränk zubereitet hatte, setzte sie sich an den winzigen Tisch. Der leere Stuhl ihr gegenüber war eine schroffe Erinnerung an ihr einsames, erbärmliches Leben. Sie ignorierte ihn und tippte auf die Nachrichten-App ihres Handys. Die ersten Seiten waren gefüllt mit düsteren Artikeln und Mutmaßungen über politische Führer. Sie überflog sie, doch nichts weckte ihr Interesse genug, um es zu öffnen. Das Tierheim in der Innenstadt veranstaltete eine Adoptionsmesse. Diesen Artikel las Mia und überlegte ein paar Minuten lang, ob Kiki ein Geschwisterchen gebrauchen könnte. Nein, lieber nicht. Wenn sie jedes Mal, wenn das Leben mies war, ein neues Haustier aufnahm, lief sie Gefahr, eine verrückte Katzenlady zu werden. Außerdem wäre Kiki beleidigt.

Sie trank ihren Kaffee aus und ging zur Tür, schlüpfte in ihre alten Laufschuhe und schnappte sich ihre Kopfhörer. Ihre kurzen, kastanienbraunen Locken waren schwerer zu bändigen, aber irgendwie schaffte sie es. Es sah wahrscheinlich wie ein heilloses Durcheinander aus, aber es war ja nicht so, als würde sie jemand sehen, den sie kannte.

„Halt die Stellung, Kiki“, rief sie.

Kiki antwortete nicht.

Es waren vierzehn Blocks bis zum Fluss. Wie jede gute Stadtbewohnerin hielt Mia den Kopf gesenkt und ignorierte jeden, dem sie begegnete. Als sie das Tal erreichte, drängte die Sonne gerade durch die Äste der Bäume. Es war noch kühl, aber das war zum Laufen ohnehin angenehm. Sie schaffte ein paar Dehnübungen und stieß sich dann auf dem asphaltierten Weg ab, um in einen Rhythmus zu finden.

Sie war erst zwei Minuten unterwegs, als sie die Gestalt auf dem Weg vor sich entdeckte. Sofort begann ihr Herz schneller zu schlagen. Sie konnte es nicht genau benennen, aber irgendetwas an der schattenhaften Erscheinung war alarmierend, raubtierhaft. Mia machte noch einige Schritte, bevor die Angst die Oberhand gewann und sie langsamer wurde, bis sie schließlich stillstand. Die Person vor ihr war groß und männlich, und aus irgendeinem Grund war sie verschwommen und dunkel, als wäre sie unscharf. Mias Gehirn weigerte sich, den Makel in seinem Aussehen zu verarbeiten, sodass es einen langen Moment dauerte, bis sie begriff, dass der Mann auf sie zukam. Direkt auf sie zu, und er hielt etwas in der Hand, das er wie eine Waffe emporhob. Er machte eine schnelle Bewegung mit den Händen.

Der Instinkt schrie Mia an, sie solle rennen, und wie eine gute Beute versuchte sie zu gehorchen, doch ihre Füße waren wie festgefroren, und alles, woran sie denken konnte, war, dass sie sterben würde und wie passend es doch zu ihrem Leben war, dass es auf so eine beschissene Weise enden würde.

Ein scharfer Schmerz stach plötzlich in ihre Schulter, und sie fühlte sich, als fiele sie in einen dichten Nebel. Von all den schrecklichen Dingen, die sie in diesem Moment tun konnte, stand Einschlafen ganz oben auf der Liste. Was zum Teufel geschah hier?

Und dann war es zu spät. Sie sank zu Boden, und der Mann-Schemen war neben ihr und berührte ihre Schläfe. Trotz ihrer verzweifelten Versuche, wach zu bleiben, verblasste die Welt um sie herum. Das Letzte, was sie wahrnahm, war, wie sie in starke Arme gehoben wurde, und eine tiefe, volle Stimme: „Das war’s, ich habe die Letzte von ihnen.“

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Als sie versuchte, das abzustreiten, fiel er ihr ins Wort. „Du warst eine unbedeutende Episode. Eine Fußnote. Wenn du heute Abend nicht aufgetaucht wärst, hätte ich mich nicht einmal an dich erinnert.“

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