Kapitel 6
Perspektive von Natasha
Die Hitze verzehrte mich von innen heraus.
Ich hatte geglaubt, Schmerz zu verstehen – das Ziehen beim Einholen der Netze im eiskalten Regen, das Brennen von Seilwunden auf rohen Handflächen, die Erschöpfung nach sechzehnstündigen Arbeitstagen auf See. Aber das hier war anders. Das war Feuer, das durch meine Adern kroch, die Vernunft verbrannte und nichts als ein verzweifeltes, animalisches Bedürfnis zurückließ.
Ich rollte mich auf dem modrigen Stroh enger zusammen und versuchte, mich klein zu machen. Zu verschwinden. Das raue Leinenhemd scheuerte an meiner Haut, die sich wund und überempfindlich anfühlte, jede einzelne Faser ein Brandmal. Mein Atem ging in kurzen, scharfen Stößen, die von den feuchten Steinwänden widerhallten.
Was geschieht mit mir?
Das Tuch, das um meine Brust gebunden war – jenes, das Davelina auf dem Schiff so sorgfältig gewickelt hatte –, fühlte sich plötzlich an wie eiserne Bänder, die meine Rippen zerquetschten. Mit zitternden Fingern krallte ich mich daran fest, verzweifelt nach Luft, nach Erleichterung, nach irgendetwas suchend.
Die Knoten gaben endlich nach.
Kühle Luft berührte meine nackte Haut, und ich hätte beinahe vor Erleichterung aufgeschluchzt. Aber die Atempause währte nur Sekunden, bevor eine neue Art von Bewusstsein mich durchflutete – ein Bewusstsein für meinen eigenen Körper, das sowohl fremd als auch furchteinflößend war.
Meine Brüste, von ihrer Fessel befreit, fühlten sich geschwollen und schwer an. Die Brustwarzen hatten sich zu harten, schmerzenden Spitzen verhärtet, die mit jedem unregelmäßigen Atemzug pochten. Ohne nachzudenken, bewegten sich meine Hände, um sie zu umschließen, und die Berührung schickte einen Stoß roher Lust direkt in meinen Kern.
Ich keuchte, aber diesmal zog ich mich nicht zurück.
Meine Finger malten Kreise um das empfindliche Fleisch, und jede Berührung sandte Funken der Empfindung durch meinen Körper. Als ich versuchsweise die harten Brustwarzen kniff, entwich ein Stöhnen meiner Kehle – tief und lüstern und zutiefst schamvoll.
Das ist falsch. Ich sollte das nicht tun.
Aber meinem Körper war die Scham egal. Er war fordernd, eindringlich und ertränkte jeden vernünftigen Gedanken in Wellen verzweifelten Verlangens.
Die Hitze zwischen meinen Beinen war unerträglich geworden – ein pulsierender, leerer Schmerz, der mich unwillkürlich die Oberschenkel zusammenpressen ließ. Die Reibung brachte einen Moment der Linderung, dann machte sie alles nur noch schlimmer. Ich konnte die Nässe dort spüren, die meine Unterwäsche durchtränkte, feucht und heiß und schändlich.
Meine Muschi tropfte. Tropfte. Als ob mein Körper sich auf etwas vorbereitete – auf jemanden –, um sie zu füllen.
Ein Wimmern entwich meiner Kehle. Meine Hand verließ meine Brust und wanderte nach unten, zitternd, während sie über meine Rippen, meinen Bauch, die Rundung meiner Hüfte strich.
„Bitte“, flüsterte ich zu niemandem. „Lass es aufhören.“
Doch selbst als ich es sagte, glitten meine Finger bereits unter den Bund meiner Hose. Der Stoff war rau, zu heiß, einengend. Mit ungelenker Verzweiflung schob ich ihn über meine Hüften und strampelte das Kleidungsstück weg, bis ich nur noch in meiner durchnässten Unterwäsche dalag.
Die kühle Luft an meinen nackten Beinen hätte Erleichterung bringen sollen. Stattdessen machte sie mir die Hitze, die sich zwischen meinen Schenkeln konzentrierte, nur noch bewusster – das geschwollene, schmerzende Fleisch, das mit jedem Herzschlag pochte.
Ich spreizte meine Beine leicht und ließ die Luft diese brennende Stelle berühren. Die Empfindung ließ mich aufkeuchen. Ließ meinen Rücken sich vom schmutzigen Stroh wölben.
Meine Hand bewegte sich tiefer.
Als meine Finger den nassen Stoff berührten, der meine Pussy bedeckte, hätte ich beinahe aufgeschluchzt. Die Berührung war elektrisierend und sandte Schockwellen durch meinen ganzen Körper. Ich drückte fester und rieb den Ballen meiner Hand gegen die geschwollene Knospe an der Spitze meiner Schenkel.
Oh Gott.
Die Lust war unmittelbar und überwältigend. Meine Hüften schnellten unwillkürlich nach oben, auf der Suche nach mehr Druck, mehr Reibung. Ich rieb mich durch den dünnen, durchnässten Stoff und spürte die Form meines eigenen Körpers – die weichen Falten, die harte kleine Perle, die bei jeder Berührung Funken durch mich schoss.
Es war nicht genug.
Wenn jetzt jemand hereinkäme, würde er alles sehen – meine entblößten Brüste, meine gespreizten Beine, meine Finger, die sich zwischen meinen Schenkeln bewegten.
Aber das war mir inzwischen egal. Jenseits aller Scham.
Meine Finger fanden nacktes Fleisch – heiß, glitschig, geschwollen. Zuerst erkundete ich zögerlich, fuhr die Falten nach, umkreiste diesen empfindlichen Knoten, der meinen ganzen Körper zucken ließ, wenn ich ihn direkt berührte. Feuchtigkeit überzog meine Finger, mehr als ich je zuvor gespürt hatte. Mein Körper produzierte sie in obszönen Mengen und bereitete sich auf eine Penetration vor, die ich ihm nicht geben konnte.
Ich ließ einen Finger tiefer gleiten und fand den Eingang zu meinem Körper. Er zog sich um nichts zusammen, leer und verzweifelt. Als ich die Fingerspitze hineindrückte, umgriffen ihn meine inneren Wände gierig.
Mehr. Ich brauche mehr.
Ich schob den Finger tiefer und keuchte bei dem Gefühl, gefüllt zu werden – wenn auch nur ein wenig. Mein Körper nahm das Eindringen begierig an, die inneren Muskeln flatterten um den Finger. Ich begann, ihn hinein- und herauszubewegen, zuerst langsam, dann schneller, als sich die Lust steigerte.
Aber ein Finger war nicht genug. Ich fügte einen zweiten hinzu, dehnte mich und spürte das leichte Brennen, das die verzweifelte Lust irgendwie nur noch verstärkte. Mein Daumen fand diesen geschwollenen Knoten und begann, ihn im Rhythmus der Finger zu umkreisen, die in mir pumpten.
Die Geräusche, die ich machte – feucht, unanständig, das Schmatzen meiner Finger in meiner eigenen durchnässten Fotze, das verzweifelte Wimmern und Stöhnen, das ich nicht unterdrücken konnte – hallten von den Steinwänden wider. Ein ferner Teil meines Verstandes schrie, dass jemand es hören würde, dass ich leise sein müsste, aber dem animalischen Teil von mir war das egal.
Meine freie Hand kehrte zu meiner Brust zurück, knetete das Fleisch rau, zwickte und zog an der Brustwarze, bis es auf eine Weise schmerzte, die sich gut anfühlte.
Bilder blitzten vor meinem inneren Auge auf – unaufgefordert, ungewollt, aber unmöglich zu verbannen. Riesige Hände, die meine eigenen ersetzten. Raues Fell auf meiner Haut. Etwas Gewaltiges und Hartes, das sich zwischen meine Beine schob, mich dehnte, die Leere füllte und in mich stieß, bis ich schrie.
Nein. Nicht das. Alles, nur das nicht.
Aber mein Körper reagierte trotzdem auf die Fantasie. Meine inneren Wände zogen sich um meine Finger zusammen, Feuchtigkeit strömte über meine Hand. Ich war kurz vor etwas – einer Grenze, die ich noch nie zuvor erreicht hatte, einem Gipfel der Empfindung, der mich zugleich erschreckte und antrieb.
Ich pumpte meine Finger schneller, härter, rieb meine Handfläche gegen diesen empfindlichen Knoten. Meine Hüften hoben sich vom Stroh, bewegten sich in einem instinktiven Rhythmus, fickten sich selbst auf meiner eigenen Hand wie eine verzweifelte Hure.
Fast. Fast. Fast –
Mein Körper verkrampfte sich. Jeder Muskel spannte sich an, als Wellen der Lust durch mich brandeten – intensiv, überwältigend, anders als alles, was ich je gefühlt hatte. Ich biss fest auf meine andere Hand, um den Schrei zu ersticken, der sich aus meiner Kehle riss, und schmeckte Blut, als meine Zähne die Haut durchbrachen.
Der Orgasmus schien ewig zu dauern, mein Körper zuckte, die inneren Muskeln zogen sich rhythmisch um meine Finger zusammen. Feuchtigkeit überflutete meine Hand und tropfte hinunter, um das Stroh unter mir zu tränken.
Dann war es vorbei.
Ich brach keuchend und zitternd auf dem Strohsack zusammen, meine Hand immer noch zwischen meinen Beinen gefangen. Für einen Moment herrschte glückselige Leere – kein Gedanke, keine Angst, kein brennendes Verlangen.
Dann kehrte die Hitze zurück.
Nicht schwächer. Nicht befriedigt. Wenn überhaupt, dann stärker als zuvor.
Der Orgasmus war eine vorübergehende Erlösung gewesen, mehr nicht. Das Fieber in meinem Blut wütete noch immer, die Leere in mir schrie immer noch danach, gefüllt zu werden. Innerhalb von Minuten spürte ich, wie sich das Bedürfnis wieder aufbaute – dieser verzweifelte, kratzende Hunger, der mehr verlangte, als meine Finger geben konnten.
Ich versuchte es erneut.
Aber es war nicht genug. Würde niemals genug sein.
Jetzt wollte ich sterben.
