Kapitel 2
Myla war auf allen vieren, die Lippen fest um Becks dicken Schwanz geschlossen, während sie sein tiefes Stöhnen hörte und ihre Zunge an seinem Schaft entlangflackerte. Jared war hinter ihr, hielt ihre Hüften unerbittlich fest, während er hart in sie hineinstieß, jeder Stoß tief und grob. Ihre Hände streichelten ihren Körper, als gehörte sie ihnen. Ihre Stimmen füllten ihr Ohr mit schmutzigen, lüsternen Lobpreisungen. Sie spürte, wie ihre Fotze krampfte, als der Orgasmus in ihr aufstieg. Höher und höher, bis …
Myla fuhr mit einem leisen Keuchen hoch, das Herz raste, die Haut war feucht, trotz der kühlen Klimaanlage. Sie blinzelte schnell zur Zimmerdecke, versuchte, die Erinnerung an den feuchten Traum abzuschütteln.
Obwohl der Vorfall am Pool nun schon einen Monat her war, träumte sie immer noch von Beck und Jared.
Drei lange Wochen, seit sie dabei zugesehen hatte, wie die besten Freunde ihres Mannes einander fickten, wie ein verdammter Voyeur.
„… bis du es nicht mehr aushältst und mich anflehst, dich kommen zu lassen.“ Sie hörte die Worte, die Jared an jenem Tag zu Beck gesagt hatte, wie ein Echo in ihren Ohren. „Du nimmst, was immer ich dir zu geben beschließe, nicht wahr, Beck?“
Sie griff zwischen ihre Schenkel und zischte leise, als sie ihren geschwollenen Kitzler streichelte. Sie zwang sich aufzuhören, stieß einen zittrigen Seufzer aus und schob die Laken von ihrem Körper.
Was zur Hölle stimmte nicht mit ihr?
Sie schleppte sich aus dem Bett, überquerte den beheizten Holzfußboden ihres Zimmers und trat ins Bad en suite, wobei sie ihrem Spiegelbild auswich. Das Wasser war warm, als sie unter die Dusche trat. Sie legte den Kopf in den Nacken, wandte das Gesicht in den Strahl und schloss die Augen, während sie versuchte, die Überreste des Traums abzuschütteln … den Klang von Becks Stöhnen, die Art, wie Jared ihr ins Haar gegriffen hatte, das schwere Gefühl von Schwanz in ihrem Mund, in ihrer Muschi.
War sie wirklich so ausgehungert nach Sex, dass ihr Körper so verzweifelt geworden war, dass sie anfing, sich auszumalen, wie sie ihren Mann betrog? Mit seinen eigenen verdammten besten Freunden?
Ihr Magen zog sich vor Scham und Schuld zusammen, als sie den Schwamm nahm, Duschlotion darauf gab und begann, ihren Körper gründlich zu waschen, als könnte sie sich ihre Sünden von der Haut schrubben.
Körper und Kopf schmerzten vor Verlangen; sie wollte sich wieder begehrt fühlen. Benutzt … angebetet … ausgefüllt.
„Es ist so lange her, dass ich einen richtigen Schwanz in mir gespürt habe“, dachte sie bitter. „Kein Wunder, dass ich langsam den verdammten Verstand verliere.“
Sie schüttelte den Gedanken ab und schob ihn tief in den Hinterkopf, dorthin, wo sie all die anderen Gefühle verstaute, mit denen sie sich nicht befassen wollte. So, wie sie es im vergangenen Jahr getan hatte.
Gerade als sie aus der Dusche stieg, hörte sie aus dem Flur das leise Surren motorisierter Räder.
Ihr Herz setzte einen Schlag aus, als das vertraute mechanische Surren des Rollstuhls ihres Mannes näher und näher kam und in ihr Schlafzimmer hineinrollte.
„Bist du fertig, Liebling?“ rief seine tiefe Stimme aus dem Schlafzimmer. „Wir müssen los, so bald wir können. Bald werden alle zusammenkommen, und du weißt, wie sehr ich es verabscheue, nach allen anderen anzukommen.“
Myla erstarrte, als ein Schauder aus Scham und Erregung durch sie jagte. Beck und Jared würden bei diesem Treffen sein.
Sie räusperte sich. „Ich bin gleich fertig, Baby.“
Sie spülte sich hastig ab, stieg aus der Dusche, wickelte ein Handtuch um ihren Körper, trat zum Waschbecken und putzte sich schnell die Zähne.
Sie dachte an Hayden und seine neuerdings entwickelte Abneigung gegen Unpünktlichkeit. Sie wusste, dass es nicht wirklich um Pünktlichkeit ging, sondern darum, dass niemand Mitleid mit dem Mann im Rollstuhl hatte. Er hasste es, wie sie annahmen, der Mann im Rollstuhl würde sich abmühen und man müsse warten. Dass er bemitleidet werden sollte.
Und das Einzige, was Hayden Oakley am meisten hasste, war Mitleid. Er nahm es von niemandem an, nicht einmal von ihr.
Myla sah sich im Spiegel über dem Waschbecken an. Ihre geröteten Wangen, die glühende Haut.
Sie stieß einen Atemzug aus und murmelte: „Scheiß drauf.“ So leise, dass es kaum mehr als ein Hauch war.
Sie löste das Handtuch um ihren Körper, hängte es über den Wäscheständer und trat dann aus dem Badezimmer ins Schlafzimmer – splitterfasernackt. Ihre Schritte waren langsam und selbstsicher. Ihr Körper lag offen da, und auf ihren Lippen lag ein einladendes Lächeln.
Hayden saß auf seinem Stuhl ein Stück hinter der Tür, geschniegelt in einem makellosen schwarzen Anzug. Sein dunkles Haar war sauber aus dem Gesicht gekämmt und betonte seine markante Kieferlinie und die perfekten Wangenknochen – noch immer atemberaubend schön. In dem Moment, in dem sie heraustrat, hefteten sich seine blauen Augen an sie.
Für den Bruchteil einer Sekunde sah sie etwas darin aufflackern, dann war es verschwunden. Er musterte sie mit Gleichgültigkeit, sah nicht einmal an ihr hinab. „Na los, mach schon“, sagte er nur, dann drehte er den Stuhl herum und rollte aus dem Zimmer, die Tür fiel hinter ihm ins Schloss.
Myla blieb nackt stehen und würgte das stechende Brennen aus Unsicherheit und Scham hinunter, das ihr die Kehle zuschnürte. Sie ging zu ihrem Schminktisch und blinzelte die Tränen weg. „War sie nicht mehr attraktiv?“
Sie sah ihr Spiegelbild im großen Spiegel an: ihre vollen Brüste, die schmale Taille, die weichen Hüften und ihren runden Hintern.
Nein. Sie war immer noch sexy.
Sie erinnerte sich daran, wie Hayden früher die Kontrolle verlor und ihren Körper verehrte. Früher hatte er sie jederzeit gepackt, wie er sie auf Arbeitsplatten gehoben hatte, aufs Bett … auf jede passende Fläche, und sie dort einfach genommen hatte, als könnte er ohne sie nicht atmen. Selbst nach zwei Jahren Ehe hatte er sie mitten am Tag noch an sich gezogen.
Aber nicht mehr. Jetzt sah er sie nicht einmal noch mit etwas anderem an als Gleichgültigkeit – oder an schlimmeren Tagen mit Gereiztheit.
Der Unfall hatte ihm mehr genommen als nur die Fähigkeit zu gehen. Er hatte ihm … seine Wärme genommen … seinen Hunger und seine Liebe zu ihr.
Sie zuckte leicht zusammen, als seine Stimme ungeduldig aus dem Flur rief. „Ich warte im Wagen auf dich.“
Sie holte tief Luft, schüttelte die Melancholie ab und trug hastig ihre Lotionen und ein wenig leichtes Make-up auf, dann stand sie auf und begann, sich anzuziehen.
Dreißig Minuten später zog sie die Haustür hinter sich zu und ging die breiten Marmorstufen hinunter. Der maßgeschneiderte schwarze Lexus-SUV wartete in der Auffahrt; das sanfte Schnurren des laufenden Motors war das einzige Geräusch in der stillen Morgenluft.
Erleichtert seufzte sie, als sie sah, dass Hayden bereits drinnen saß.
Er hasste es, wenn sie ihn beim Einsteigen sah, obwohl der Wagen so umgebaut worden war, dass er nur zwei Passagiersitze hatte und dahinter einen großen freien Raum für seinen Stuhl, den er über eine tragbare Rampe am Heck erreichen konnte.
Ihr Fahrer Steve öffnete ihr mit einem warmen Lächeln die hintere Tür. „Sie sehen heute Morgen wunderschön aus, Ma’am.“
Myla lächelte schwach. „Danke, Steve.“
„Los jetzt, Steve“, rief Hayden tonlos.
Sie schenkte Steve ein entschuldigendes Lächeln und stieg ein.
Hayden würdigte sie keines Blickes. Seine Augen und seine Aufmerksamkeit klebten an dem Tablet in seinen Händen.
Der SUV rollte aus der Auffahrt.
Myla lehnte sich in den Sitz zurück und ließ ihren Blick zu ihrem Mann hinübergleiten.
Er war immer noch umwerfend … der Unfall hatte daran nichts geändert. Wenn überhaupt, hatte der Unfall ihn nur schärfer gemacht; da war jetzt diese kalte Schneide an ihm, die die stille Macht, um die ihn andere Männer beneideten, noch verstärkte.
Sie hatte sogar zu dem Gedanken an ihn in diesem Stuhl masturbiert – wie er sie dominierte, ihr befahl, ihn genau so zu reiten, wie er es wollte.
Der Mann, den sie geheiratet hatte, hätte das getan, aber dieser Hayden existierte nicht mehr.
Was übrig geblieben war, war ein kalter, verschlossener Fremder, der ihr nicht einmal in die Augen sah und keine Zeit mit ihr verbrachte.
Sie drehte den Kopf zum Fenster und blinzelte gegen das Brennen in ihren Augen an.
Gott weiß, sie hatte versucht, ihn zu erreichen, ihn aus seiner Selbstisolation herauszuziehen, hatte ihn angefleht, sich ihr zu öffnen … mit ihr zu reden.
Sie wusste ehrlich nicht, wie lange sie noch weiter Teile von sich verlieren konnte, während sie versuchte, alles zusammenzuhalten.
Vor ihrem inneren Auge flackerte der Rückblick auf jenen schrecklichen, grauenhaften Tag auf. Den Tag, der Körper und Seele ihres Mannes zerbrochen hatte.
