Keine Frau, kein Leben

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Calista York · Laufend · 650.1k Wörter

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Einführung

„Ich bin eine Person, kein Werkzeug, um deine Bedürfnisse zu befriedigen!“ schrie ich stumm.
Alex' Stimme war kalt und durchdringend: „Du bist meine Frau, du erfüllst meine physiologischen Bedürfnisse, legal und ordnungsgemäß.“
„Unser kalter Krieg ist noch nicht vorbei!“ Mein Widerstand war nutzlos, da Alex bereits in meinen Körper eingedrungen war.
Seine kalte Hand streichelte meine Brust. Nach fünf Jahren Ehe, nach unzähligen Malen des Liebemachens, wusste er genau, wie er meine Begierden wecken konnte.
Gerade als mein Körper zitterte und kurz davor war, den Höhepunkt zu erreichen, klingelte plötzlich das Telefon. Alex hielt sofort inne, bedeckte meinen Mund und nahm den Anruf entgegen.
Am anderen Ende flötete eine Frau: „Liebling, ich bin hier.“
Kontinuierliche Updates, täglich werden 5 Kapitel hinzugefügt.

Kapitel 1

Um drei Uhr morgens schlief Harper Orsini tief und fest, als das Knarren der Tür sie jäh aus dem Schlaf riss.

Das einzige Licht im Zimmer war das sanfte, warme Bernsteinleuchten des Nachtlichts.

Harper kniff die Augen zusammen und erkannte einen Mann am Fenster, der sein Hemd aufknöpfte.

Das matte Licht hob Alex Laviens scharfe, feine Züge hervor und nahm dem Feuer in seinen Augen ein wenig von seiner Härte.

Dies war ihr erstes Wiedersehen, nachdem sie sich einen Monat lang die kalte Schulter gezeigt hatten.

Harper, die Stimme noch schwer vom Schlaf, sagte: „Oh, du bist zu Hause.“

„Ja“, erwiderte Alex gleichgültig, seine dunkle Silhouette beugte sich bereits über sie. Er beugte sich hinab und küsste ihre Lippen, während seine andere Hand geschickt ihr Nachthemd öffnete.

Seine große Hand legte sich auf ihre Brust, massierte sie spielerisch, bemüht, in kurzer Zeit ihre Lust zu wecken.

Harper war einen Moment lang wie gelähmt, dann begann sie sich zu wehren.

„Alex, wir liegen uns seit Langem in den Haaren, und du kommst nur deswegen zurück?“ In ihrer Stimme lag ein Unterton von Groll, den sie nicht verbergen konnte.

Sie war ein Mensch, nicht nur ein Mittel, seine Begierden zu befriedigen.

Ein Aufblitzen von Unmut huschte durch Alex’ Augen. Er packte ihr Kinn und blickte auf sie hinab.

„Du bist meine Frau. Es ist mein gutes Recht und völlig normal, bei dir Nähe zu suchen.“

„Das Gespräch ist noch nicht beendet …“, setzte Harper an, doch Alex hatte sie bereits genommen.

Er bewegte sich ohne jede Zärtlichkeit, einzig auf seine eigene Lust bedacht.

Der Schmerz flammt auf, vermischt mit einem flüchtigen Vergnügen, das sie erschauern ließ.

„Alex, ich bin kein Objekt. Bist du nur wegen Sex zurückgekommen?“

Alex’ Augen loderten vor Verärgerung. Er erstickte ihren Protest mit einem Kuss.

Fünf Jahre Ehe hatten sie mit den Körpern des anderen und deren empfindlichen Stellen vertraut gemacht.

Harper gab schnell nach, die Wangen heiß, unfähig, sich zu wehren, als er ihre Beine anhob und wieder und wieder in sie stieß.

Die Hitze zwischen ihnen köchelte, als ein Telefon klingelte und den Moment zerschmetterte.

Aus ihrem Winkel konnte Harper die Nummer auf dem Display nicht erkennen.

Aber sie sah das kurze Zucken in Alex’ Augen. Er war sichtlich getroffen.

Alex hielt sofort inne, nahm den Anruf mit der linken Hand entgegen, während er Harper mit der rechten den Mund zudrückte.

Während sie nach Luft schnappte, hörte Harper am anderen Ende eine melodische Stimme.

„Alex, ich bin am Flughafen. Wann holst du mich ab?“

Harper Miene verdüsterte sich.

Drei Uhr morgens, und eine Frau rief Alex in solch kokettem Ton an?

Alex hielt ihr weiterhin den Mund zu, ganz offensichtlich wollte er kein Wort von ihr hören.

„Okay, ich bin gleich da“, sagte Alex.

„Fahr vorsichtig, ich warte auf dich“, trällerte die Stimme am anderen Ende fröhlich.

Nach dem Gespräch stand Alex ohne Zögern aus dem Bett auf.

Die Flamme der Leidenschaft, die in Harper zu lodern begonnen hatte, wurde schlagartig gelöscht, als hätte man sie mit eiskaltem Wasser übergossen. Sie ballte die Hände fest zur Faust.

Normalerweise war Alex unerbittlich. Jedes Mal, wenn sie miteinander schliefen, blieb es nie bei einem Mal.

Dies war das erste Mal, dass er sie auf halbem Weg sitzen ließ.

Ausgerechnet wegen eines Anrufs von einer anderen Frau.

Ein stechender Schmerz fuhr Harper durchs Herz.

Sie setzte sich auf und sah zu, wie Alex eilig in den Ankleideraum verschwand. „Wohin gehst du?“, fragte sie.

Alex’ Stirn legte sich in Falten, seine Augen voller Ungeduld. „Ich mag es nicht, wenn man mich über meine Angelegenheiten ausfragt.“

Seine eisige Art stand in scharfem Kontrast zu der Wärme, die er am Telefon gezeigt hatte.

Harper krallte die Nägel in ihre Handflächen. Sie versuchte, ihre Stimme ruhig zu halten. „Ich bin deine Frau.“

Alex gab keine Antwort.

Die Tür fiel dumpf ins Schloss, gefolgt vom Aufheulen eines Motors im Hof.

Harper saß auf dem Bett, das Gesicht kreidebleich.

Die süße Stimme aus dem Telefonat hallte in ihrem Kopf nach.

Nur eine Handvoll Menschen hatte Alex’ private Nummer.

Der süße, angenehme Tonfall der Anruferin ließ darauf schließen, dass sie ihm nahestand.

Dass er mitten in der Nacht aufgebrochen war, zeigte, wie wichtig ihm diese Frau war.

Plötzlich erinnerte Harper sich an den vergangenen Monat, als sie von einem heranrasenden Lastwagen von hinten gerammt worden war. Wären da nicht Airbags und Sicherheitsgurt gewesen, hätte sie nicht überlebt.

Sie war aus dem zerbeulten Wrack gehumpelt, und das Erste, was sie getan hatte, war, Alex anzurufen.

Zitternd und wie vor Schreck gelähmt hatte sie das Handy gehalten, sich nach Trost sehnend.

Doch alles, was sie bekam, war Alex’ knappe Reaktion.

„Ruf die Versicherung und die Polizei.“

Er blieb ihr gegenüber vollkommen gleichgültig und fragte nicht einmal, ob es ihr gutging.

Harper bedeckte die Augen und kauerte sich in die Decke.

Die Erinnerungen an die Jahre mit Alex verfolgten sie wie ein trauriger Film.

Sie presste die Augen fest zusammen.

Am nächsten Morgen tastete Harper, als sie aufwachte, nach der Stelle neben sich.

Kalt.

Alex war die ganze Nacht nicht zurückgekommen.

In diesem Moment erhielt sie einen Clip auf ihrem Handy.

Er war von Caden Elikin.

Caden: [Gilt das nicht schon als Untreue deines Mannes?]

Harper öffnete die Nachricht. Ihr ohnehin blasses Gesicht wurde totenbleich, als sie den Inhalt sah.

Das Video war am Flughafen aufgenommen, mit Alex im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit und einer zierlichen Frau an seiner Seite, mit der er ausgelassen plauderte.

Alex trug ihr Gepäck mit der einen Hand und hielt ihre Hand mit der anderen fest umschlossen.

Ihr Umgang miteinander war von unbestreitbarer Vertrautheit.

Die Medien hatten das Ganze mit einer reißerischen Schlagzeile versehen: [Mr. Lavien holt nachts geheimnisvolle Frau ab, angebliche Romanze aufgeflogen.]

Harper hatte das Gefühl, als würde eine unsichtbare Hand ihr Herz umklammern.

War das die Frau, die Alex in der vergangenen Nacht abgeholt hatte?

Obwohl Alex und Harper verheiratet waren, war es eine heimliche Verbindung.

Für die Öffentlichkeit war Alex nach wie vor Single.

Harper: [Vielleicht sind sie nur Freunde.]

Caden: [Harper, er treibt es schon so weit, und du suchst immer noch Ausreden für ihn. Hast du dich daran gewöhnt, feige zu sein? Warum verlässt du ihn nicht und bist stattdessen mit mir zusammen?]

Harper spürte, wie Tränen in ihren Augen brannten.

Harper: [Ist dieses Video viral gegangen?]

Caden: [Ja, viele behaupten, sie sei Mrs. Lavien. Es ist widerlich, sich so einen Mistkerl wie Alex anzusehen.]

Harper: [Verstanden.]

Sie legte das Handy beiseite und holte tief Luft.

Sie konnte Alex niemals davon abhalten, das zu tun, was er wollte.

Zumal Alex diese Frau offenbar sehr wichtig war.

Nachdem sie aufgestanden und sich fertiggemacht hatte, ging Harper wie gewohnt zur Arbeit.

Am Vortag hatte sie bis ein Uhr morgens an einem Projekt gearbeitet.

Und wegen Alex hatte sie bis zum Morgengrauen kein Auge zugetan, ehe sie schließlich doch eingeschlafen war.

Ihr Kopf war benebelt, und viele Kollegen tratschten in der Pause über das Video von Alex, wie er die Frau abholte.

Harper hielt ihre Thermoskanne in der Hand und wollte sich warmes Wasser holen, doch kaum hatte sie einen Schritt gemacht, wurde ihr plötzlich schwindlig, und die Dunkelheit verschlang sie.

Als sie die Augen öffnete, war sie bereits im Krankenhaus.

Der beißende Geruch von Medikamenten lag in der Luft, und die letzte Erinnerung vor ihrem Zusammenbruch schoss ihr wieder durch den Kopf. Mit Mühe drehte sie den Kopf und sah Alex neben sich.

Ihre Augen leuchteten hoffnungsvoll auf. „Alex …“

Kaum hatte sie gesprochen, sah Alex sie mit ausdruckslosem Blick an. „Lass uns scheiden.“

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