Kapitel 4 TALIA

Nach einer Weile gab es keine Anzeichen dafür, dass er von mir abließ. Seine Küsse wurden nur noch brutaler, fordernder.

Mein Rücken prallte gegen das Balkongeländer. Mein weißes Kleid schob sich bis zur Taille hoch, während sich meine Beine um seine festen, schmalen Hüften schlangen. Ohne jede Scham stieß er seinen geschwollenen Kern gegen meinen Eingang.

Ich konnte nicht glauben, dass ich auf einem Balkon an einem Wohltätigkeitsabend einen völlig Fremden ritt.

Das Einzige, was uns von diesen Leuten trennte, war eine Wand und eine geschlossene Tür. Würde jemand diese Tür öffnen, wäre mein Ruf ruiniert. Aber in einem Moment wie diesem war mir mein Ruf gleichgültig. Alles, was zählte, war meine Leidenschaft und das Verlangen, diesen sexy Mann noch mehr zu berühren.

„Ich kenne nicht mal deinen Namen“, flüsterte ich zwischen den Küssen.

Er wurde kein bisschen langsamer. Seine Lippen glitten hinunter in die Mulde meines Halses und saugten sanft.

Es fühlte sich so gut an. Zwischen meinen Beinen war ich völlig nass. Ich stöhnte laut, während er an meiner Haut sog und Liebesmale an meinem Hals hinterließ. Meine Finger tanzten durch seine dichten Haarsträhnen. Er hatte unglaublich weiches Haar. Immer wieder massierten meine Finger seine Kopfhaut und gaben ihm noch mehr Stimulation.

Ich konnte nicht aufhören.

Ich wollte mehr.

Mein Zentrum glühte heiß. Ich rieb mich an seinem Schaft und neckte ihn. Er stöhnte aufreizend in meinen Mund.

„Fuck, Baby.“

Seine Stöhnlaute machten mich nur noch gieriger, ließen mich noch fester an ihm reiben, bis sein Kern noch stärker anschwoll. Voller Genuss drückte er sich an meinen Eingang.

„Ich nehme an, du willst mich genauso sehr, wie ich dich will.“

Mein Blick verschwamm, und mir schwindelte vor Verlangen.

Es war so lange her, seit ich Sex gehabt hatte, dass ich mich nicht einmal mehr genau daran erinnern konnte, wann es gewesen war.

Ich war lange nicht mit einem Mann zusammen gewesen. Diese ganzen lächerlichen arrangierten Ehen hatten mir jede Lust genommen, die Nacht mit jemandem zu verbringen. Vor allem, weil ich bei meiner Mom lebte. Das hielt mich davon ab, mit irgendjemandem einen One-Night-Stand zu haben. Allein die Vorstellung, meine Mutter könnte mich mit einem Kerl im Bett erwischen, fühlte sich so seltsam an. Selbst wenn wir es in einem Hotel getan hätten, wäre es für mich immer noch merkwürdig gewesen, weil sie es garantiert herausgefunden hätte.

Aber vielleicht war das nicht der wahre Grund. Der Grund, weshalb ich so lange keinen Sex gehabt hatte, war, dass kein Mann zuvor heiß genug gewesen war, um mich derart verrückt zu machen.

„Zu mir? Oder, wenn es bei dir näher ist, könnten wir—“

„Zu dir ist gut“, unterbrach ich ihn schnell.

„Gute Wahl.“

Ich fühlte mich verloren, als er sich von mir löste. Meine Lippen waren so geschwollen, und ich leckte die Reste seines Speichels davon.

Süß.

Sein Haar war durch meine Finger zerzaust, und auf seinen Lippen war mein Lippenstift verschmiert.

„Tut mir leid, ich hab deinen Look ruiniert.“

Er strich mit dem Daumen über seine Lippen, und mir wurden die Knie weich.

Er konnte mich sogar mit einer so einfachen Geste wie dem Streichen mit dem Daumen über die Lippen erregen.

„Tut mir leid, wenn es dir nichts ausmacht …“

Ich deutete auf sein zerzaustes Haar.

Er nickte langsam, einverstanden.

Ich trat näher und stellte mich auf die Zehenspitzen, um das Durcheinander zu glätten, das meine Finger angerichtet hatten.

Der Duft seines Parfüms drang mir in die Nase. Er roch köstlich. Eine erfrischende Mischung aus Zitrus, Kiefer und Minze. Sein Geruch machte süchtig.

Seine Arme schlangen sich besitzergreifend um meine Hüften, während ich ihm mit den Fingern durchs Haar fuhr. Die Wärme seines Körpers strahlte in mich hinein und übergoss mich mit einem warmen Glühen.

„Fertig. Wenigstens siehst du nicht so aus, als wärst du durchgenudelt worden.“

„Ehrlich gesagt gefällt mir das. So wissen all die Frauen, dass ich heute Abend nicht zu haben bin.“

Ich war mir sicher, dass er ein echter Player war. Ein Mann, der so heiß war wie er, konnte unmöglich enthaltsam sein, es sei denn, er hatte irgendeine sexuelle Funktionsstörung. Aber nach dem, was wir noch vor wenigen Augenblicken getan hatten, bezweifelte ich, dass er solche Probleme hatte. In Wahrheit war er ein mächtiger Hengst. Der beste, dem ich je begegnet war.

„Du wirkst so erwachsen. Darf ich fragen, wie alt du bist?“

Er nahm meine Hand und führte mich hinaus auf den Balkon. Die neidischen Blicke der Frauen folgten unseren Schritten, als wir den Ballsaal durchquerten. Ich konnte den Stolz nicht verhindern, der sich in mein Herz schlich, als die Männer, die mich zuvor ignoriert hatten, mich mit offenem Mund anstarrten. Der Mann, der meine Hand hielt, besaß eindeutig eine äußerst eindrucksvolle Ausstrahlung und schaffte es, die Männer eingeschüchtert zurückzulassen.

„Spielt das eine Rolle?“

„Ja. Zumindest für mich.“

„Zu alt. Ich schätze, du bist noch keine dreißig.“

„In drei Tagen achtundzwanzig. Bin ich zu jung für dich?“

„Kommt darauf an, wie man’s betrachtet. Für mich überhaupt nicht.“

Er schwieg und erwähnte sein Alter mit keinem Wort. Ich verstand nicht, warum er sich so sträubte, es mir zu sagen. Ich würde nichts beurteilen. Ich war nur neugierig. Doch wenn meine Vermutung stimmte, konnte er nicht älter als vierzig sein. Er hatte die Aura eines reifen, erfahrenen Mannes. Er wusste genau, was er wollte. Er wusste, wie man eine Frau heiß und besonders fühlen ließ.

„Das ist mein Wagen.“

Eine schwarze Limousine fuhr vor. Ein schwer bewaffneter Mann stieg vom Beifahrersitz aus und öffnete uns die Tür.

Ich zögerte einen Moment.

Der Mann hatte eine unheimlich wirkende Truppe. Sein Fahrer war vermutlich nicht viel anders als der Mann, der uns die Tür geöffnet hatte. Die schwarzen Pistolen an seiner Hüfte sahen äußerst gefährlich aus. Es waren nicht die Jagdpistolen, die ich oft im Büro meines Vaters gesehen hatte. Das waren Pistolen, um Menschen zu töten.

„Was ist los, Talia? Du zögerst.“

„Deine Leute haben Pistolen?“

„Ja. Hast du Angst?“

„Ein bisschen.“

„Juno würde dir nichts tun, es sei denn, du wärst eine gefährliche Kriminelle. Bist du eine Kriminelle?“

„Nein. Ich bin Hotelrezeptionistin.“

„Dann brauchst du keine Angst zu haben. Er wird dir nichts tun.“

Ich nickte langsam und stieg in seine luxuriöse Limousine. Die Sitze waren mit edlem, ultraweichem Leder bezogen. Der Innenraum war luxuriös, beherrscht von sanften Brauntönen. Ich war noch nie in einem Luxuswagen gesessen. Lilianes Autositze waren nicht annähernd so luxuriös. Seine lagen weit über Lilianes Maßstäben von Luxus. Also konnte ich sagen, dass Lady Luck heute Abend auf meiner Seite war. Ich hatte einen riesigen Fang gemacht. Einen Mann, den ich nicht loslassen würde, um mit Caleb zusammen zu sein.

Dieser Mann musste mein Ehemann werden.

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