Wenn Lilien blühen

Wenn Lilien blühen

Sato Carim · Laufend · 219.9k Wörter

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Einführung

Wenn Lilien blühen ist ein zärtlicher zeitgenössischer Liebesroman über zweite Chancen, Vergebung und den Mut, zu bleiben, wenn es einfacher wäre zu fliehen.

Vor zehn Jahren floh Isla aus Greenridge – einer malerischen Stadt, die in Erinnerungen gehüllt war, die sie nicht ertragen konnte. Sie ließ das efeubedeckte Haus ihrer verstorbenen Großmutter, einen wilden Garten voller Lilien, den sie einst gemeinsam pflegten, und Jonas Hale, den Jungen, der sie genug liebte, um sie gehen zu lassen, zurück.

Als Isla nach dem Tod ihrer Großmutter nach Greenridge zurückkehrt, soll es nur vorübergehend sein – gerade lange genug, um das alte Haus herzurichten und zu verkaufen. Doch Erinnerungen an das, was sie zurückgelassen hat, begegnen ihr überall, besonders die frischen weißen Lilien, die immer wieder auf ihrer Veranda auftauchen. Sie weiß genau, wer sie dort lässt: Jonas, der noch immer in der Stadt verwurzelt ist und nun das gemütliche Lily's Café führt.

Während Isla darum kämpft, den überwucherten Garten wiederzuerlangen, tritt Jonas leise ein, um zu helfen – er zieht Unkraut, pflanzt neue Zwiebeln und gräbt vergrabene Erinnerungen sowie alte Reue aus. Langsam erwacht das Haus wieder zum Leben, und es spiegelt das sanfte Aufblühen einer Liebe wider, die Isla für immer begraben geglaubt hatte.

Doch alte Ängste flüstern ihr zu, wieder zu fliehen – in die Stadt, in die Freiheit, weg von dem Schmerz, zu viel zu wollen. Aber Jonas bittet sie nicht zu bleiben. Er liebt sie einfach so, wie er es immer getan hat: mit geduldiger Hoffnung und offenen Händen.

Am Ende muss Isla entscheiden, ob sie wieder gehen wird – oder sich endlich dort verwurzelt, wo sie immer hingehört hat. Zwischen Lilien. Zwischen Erinnerungen. Zwischen Liebe.

Wenn die Lilien blühen, blüht auch sie.

Kapitel 1

Isla hatte nie vorgehabt, Greenridge wiederzusehen. Sie hatte sich geschworen, die Stadt hinter sich zu lassen, als sie ihr Leben in zwei abgenutzte Koffer packte und in einen Bus stieg, der sie irgendwohin bringen sollte, nur nicht hierher. Vor zehn Jahren hatte sie durch ein gesprungenes Fenster zugesehen, wie die Stadt verschwand, ihre Straßenlaternen flackerten wie alte Geister im Nebel. Damals hatte sie sich versprochen, niemals das Mädchen zu sein, das zurückkehrt.

Und doch stand sie jetzt hier. An dem Tor ihrer Großmutter, mit denselben rostigen Scharnieren und demselben Protestquietschen, als sie es öffnete. Die Abendluft drückte warm gegen ihre Haut, klebrig mit dem Versprechen von Regen. Ein sanfter Wind raschelte durch das Efeu, das sich an die Säulen der Veranda des alten Hauses klammerte, und zog am Saum ihres Mantels, als wolle er sagen: Willkommen zu Hause — oder vielleicht auch: Mach dir keine Mühe.

Islas Stiefel knirschten über den Kiesweg. Sie hielt inne, als sie die Verandastufen erreichte, ihre Augen glitten über die verblasste Fußmatte und die abgeblätterte Farbe am Geländer. Sie hatte hier als Kind Sommer verbracht, war ihrer Großmutter Ruth mit einem Korb voller Lilien gefolgt, die sie im Garten geschnitten hatten. Ruths Lachen hatte diesen Hof erfüllt. Jetzt schien es, als würde der Garten den Atem anhalten, wartend darauf, dass jemand sich daran erinnert, was er einmal war.

Langsam stieg sie die Stufen hinauf, ihr Koffer polterte hinter ihr her. Der Schlüssel — immer noch im alten blauen Blumentopf versteckt — glitt leicht ins Schloss. Drinnen atmete das Haus einen Hauch von abgestandener Luft aus, Lavendelsäckchen und den schwachen Duft der Rosenseife, die Ruth immer im Badezimmer oben aufbewahrt hatte.

Sie knipste das Licht im Flur an. Nichts passierte. Sie murmelte einen Fluch und fand eine staubige Lampe im Wohnzimmer, die sie zum Leuchten brachte. Der Raum sah aus wie immer: unpassende Stühle, eine gehäkelte Decke über dem Arm der Couch, Stapel alter Zeitschriften auf dem Couchtisch. Die Zeit hatte hier angehalten, als Ruth leise gegangen war, und Isla als widerwillige Erbin eines Hauses zurückgelassen hatte, das sie nie hatte erben wollen.

Sie stellte ihren Koffer neben die Couch und ging weiter hinein. Staubpartikel tanzten im Lampenlicht. Die Stille war dicht, das Schweigen lebendig mit den Erinnerungen, die sie einst in Kisten gestopft und hinten in ihrem Kopf versteckt hatte. Auf dem Kaminsims über dem Kamin lehnten die alten Familienfotos immer noch in schiefen Reihen — Ruth und Großvater Thomas in ihren Hochzeitskleidern, ihre Mutter als junges Mädchen auf einer Schaukel, Isla mit zehn Jahren, strahlend, eine Lilie hinter ihrem Ohr.

Islas Atem stockte, als sie es sah — nicht das Foto, sondern das, was darunter stand. Eine einzelne Lilie, strahlend weiß, in einem Einmachglas, halb voll mit klarem Wasser. Die Blume war unglaublich frisch, ihre Blütenblätter glatt und makellos. Es sah aus, als hätte jemand sie erst vor wenigen Minuten dort platziert.

Sie griff danach, ihre Fingerspitzen berührten das kühle Glas. Wer würde ihr eine Lilie hinterlassen? Ihre Brust zog sich zusammen um eine Erinnerung, die sie heute Abend nicht hatte finden wollen: Jonas' Hände, vergraben in Gartenerde, seine Stimme sanft an ihrem Ohr — Lilien sind stur, Isla. Wie du.

Sie wandte sich scharf vom Kaminsims ab und schob diesen Gedanken hinaus in die Dunkelheit. Sie ging in die Küche und knipste eine weitere Lampe an. Der alte Wasserkessel stand auf dem Herd, derselbe Kessel, der jeden Morgen jeden Sommer, den sie hier verbracht hatte, geschrien hatte. Sie füllte ihn zur Hälfte und beobachtete, wie das Wasser wirbelte. Sie wollte keinen Tee, aber sie brauchte das Ritual — etwas Vertrautes, um ihre Hände beschäftigt und ihren Geist ruhig zu halten.

Als der Wasserkocher zu summen begann, wanderte Isla zur Hintertür. Sie zog den verblassten Vorhang zur Seite und blickte hinaus. Der Garten sah schlimmer aus, als sie erwartet hatte – ein wildes, wirres Durcheinander aus Unkraut und Brombeeren, die die letzten Lilien erstickten. Das Spalier bog sich unter dem Gewicht des Efeus, sein Holzrahmen war an einigen Stellen gesplittert. Doch selbst durch das Chaos hindurch konnte sie sie sehen – hartnäckige Blüten, die trotzig durch die Vernachlässigung wuchsen, weiß und unbeeindruckt.

Sie machte sich ihren Tee und trug ihn zurück ins Wohnzimmer, wo sie sich in die Ecke des Sofas kuschelte. Die alte Decke roch schwach nach Mottenkugeln und Lavendel. Sie zog sie um ihre Schultern und starrte auf die Lilie auf dem Kaminsims. Der Dampf aus ihrer Tasse beschlug ihre Brille, also stellte sie sie unberührt zur Seite.

Ein Dielenbrett knarrte irgendwo im Flur. Sie sagte sich, es sei das Haus, das sich setzte, das Holz, das in der nächtlichen Feuchtigkeit schrumpfte. Doch sie fand sich dabei, wieder auf den Kaminsims zu schauen und sich zu fragen, ob die Lilie schon immer dort gewesen war oder ob jemand – Jonas? – sie für sie dort hingestellt hatte.

Sie dachte an ihn, obwohl sie es nicht wollte. Dachte daran, wie er ihren Namen das letzte Mal gesagt hatte, als sie gesprochen hatten, seine Stimme rau von einem Streit, der eigentlich gar nicht um ihn ging. Daran, wie er ihr nachgesehen hatte, ohne ihr nachzulaufen, weil er schon damals wusste, dass Isla Cross sich für niemanden festhalten ließ.

Ein leises Klopfen riss sie aus ihren Gedanken – das Zischen des Wasserkochers war verstummt. Sie erhob sich, um eine weitere Tasse zu gießen, die sie nicht trinken würde, während die Uhr an der Wand über ihrem Kopf zu laut tickte.

Sie erhaschte ihr Spiegelbild im dunklen Fenster über der Spüle: müde Augen, feuchtes Haar, das sich an ihren Schläfen kräuselte, der schwächste Schatten des Mädchens, das sie einmal gewesen war. Für einen Moment dachte sie, hinter sich eine Bewegung zu sehen – eine Gestalt, die lautlos den Flur durchquerte. Sie drehte sich um, die Tasse glitt ihr aus den Fingern und zerschellte auf dem Boden.

Nichts da. Nur Schatten. Nur das leere Wohnzimmer.

Sie lachte über sich selbst, der Klang dünn und unüberzeugend. Sie kniete sich nieder, um die zerbrochenen Stücke aufzusammeln, der Tee breitete sich in einem braunen Heiligenschein auf dem alten Linoleum aus. Als sie wieder aufstand, zwang sie sich, das donnernde Pochen ihres Herzens in ihren Ohren zu ignorieren.

Sie schaltete die Lampe in der Küche aus, dann die im Wohnzimmer. Die Dunkelheit verschlang die Ecken des Hauses. Nur das Flurlicht über dem Kaminsims blieb an – flackerte einmal, zweimal – bevor es mit einem leisen Knall erlosch.

Isla starrte in die plötzliche Dunkelheit auf die Lilie. Sie schien im Lichtmangel zu leuchten. Sie trat näher, trotz sich selbst angezogen.

Ein Dielenbrett knarrte erneut. Sie erstarrte. Draußen rüttelte der Wind die Schaukel auf der Veranda gegen das Geländer. Das Tor – das Tor, das sie hinter sich geschlossen hatte – quietschte auf.

Sie stand am Fenster und spähte durch den Spalt im Vorhang hinaus. Mondlicht malte den Vorgarten silbern. Auf der untersten Stufe der Veranda lag eine weitere Lilie, diese mit einem dünnen roten Band gebunden, das im Wind flatterte.

Sie presste ihre Handfläche gegen das kalte Glas, ihr Herz hämmerte. Eine Gestalt bewegte sich hinter dem Zaun – eine Figur, zu schattig, um sie zu erkennen, stand genau dort, wo das Licht der Veranda nicht hinreichte.

Als Islas Augen sich mit der Dunkelheit trafen, drehte sich die Gestalt um – und das Tor schwang erneut auf.

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Und ihm eine schmutzige Sprachnachricht zu hinterlassen, während man, äh … an ihn »denkt«.

Als persönliche Assistentin von Ruslan Oryolov zu arbeiten, ist der absolute Höllenjob.
Nach einem langen Tag, an dem ich dem Milliardär jeden Wunsch von den Augen abgelesen habe, brauche ich ein wenig Stressabbau.
Als ich an diesem Abend nach Hause komme, tue ich also genau das.

Das Problem ist, dass meine Gedanken immer noch bei dem Arschloch von Chef hängen, der mein Leben ruiniert.
Das ist in Ordnung – denn von all Ruslans vielen Sünden ist sein umwerfendes Aussehen vielleicht die gefährlichste.
Heute Nacht sind Fantasien von ihm genau das, was ich brauche, um mich zum Höhepunkt zu treiben.

Aber als ich auf mein Handy hinabsehe, das neben mir eingequetscht liegt,
Da ist sie.
Eine Sprachnachricht von 7 Minuten und 32 Sekunden …
Gesendet an Ruslan Oryolov.

Ich gerate in Panik und werfe mein Handy quer durch den Raum.
Aber der Schaden, den mein sehr lautstarkes O angerichtet hat, lässt sich nicht mehr rückgängig machen.

Was also kann ich tun?
Mein Plan war, ihm einfach aus dem Weg zu gehen und so zu tun, als wäre es nie passiert.
Außerdem hört doch niemand, der so beschäftigt ist, seine Sprachnachrichten ab, oder?

Aber als er ein Vier-Augen-Gespräch für exakt 7 Minuten und 32 Sekunden mit mir ansetzt,
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