
Das Bedauern meines Milliardärs-Ex-Mannes
Charlotte York · Abgeschlossen · 450.4k Wörter
Einführung
Fälschlich von der Geliebten meines Mannes beschuldigt und dann von meinem wohlhabenden Ehemann höchstpersönlich für drei Jahre eingesperrt, kehrte ich nach Hause zurück, nur um vor der gesamten High Society verstoßen zu werden – er schloss seine Geliebte in die Arme, während er mich und meinen Sohn aus unserem Zuhause vertrieb.
„Du wirst immer meine Frau sein – in der Vergangenheit, der Gegenwart und der Zukunft. Ich werde dich zurückgewinnen …“, erklärte mein Ex-Mann voller Reue vor den Medien.
„Träum weiter! Du gehörst mir!“
Der Mafiaboss, der mich gewaltsam entführt hatte, beugte sich dicht an mein Ohr und flüsterte seinen Schwur.
Kapitel 1
Der Herbstwind schnitt wie eisige Klingen durch Rachel York, bis tief auf die Knochen. Ihre schmale Gestalt zitterte unter demselben abgetragenen Pullover, den sie an jenem Tag getragen hatte, als sie vor drei Jahren ins Gefängnis kam. Die Bündchen waren ausgefranst, der Stoff vom Alter voller Knötchen, und die einst kräftige Farbe war zu einem müden, ausgewaschenen Grau verblasst.
Sie stand vor dem großen, kunstvoll verzierten schmiedeeisernen Tor, das sie so gut kannte, und hatte jedes Quäntchen Kraft in ihrem Körper aufgebraucht, nur um hierher zu gelangen.
Drei Jahre.
Drei Jahre gestohlene Freiheit. Drei Jahre, in denen sie für ein Verbrechen büßte, das sie nicht begangen hatte, und anstelle eines anderen ihre Strafe absaß.
Ihre Finger, kalt und steif, drückten auf die Klingel. Von drinnen drang das gedämpfte Wummern von Musik und schallendes Gelächter nach draußen – Klänge, so warm und lebendig, dass sie für einen Moment das Gefühl hatte zu träumen.
Welcher Tag war heute?
Die Gegensprechanlage erwachte knisternd zum Leben. Die Stimme des Butlers erklang zögerlich. „Wer ist da?“
„Ich bin's. Rachel York.“
Ihre Stimme war trocken, rau vom langen Schweigen, und die Worte kratzten wie Schmirgelpapier.
Eine Pause. Dann ein metallisches Klicken, und das Tor glitt langsam auf.
Je näher sie der hell erleuchteten Villa kam, desto lauter wurden das Gelächter und die Musik. Durch die riesigen Fensterfronten sah sie das blendende Funkeln der Kristallkronleuchter; ihr Licht ergoss sich wie geschmolzenes Gold über die polierten Böden.
Sie fühlte sich wie ein ungebetener Schatten auf einem königlichen Ball – ein Aschenputtel, das zu spät hereingestolpert war und nichts bei sich trug außer der Kälte und dem Ruin, die an ihr hafteten.
Rachel stieß die schweren Eingangstüren auf. Wärme und Lärm schlugen ihr entgegen, nur um im nächsten Augenblick zu verfliegen, als das Gelächter und die Musik jäh verstummten. Hundert Augenpaare richteten sich auf sie, scharf und starr, wie Scheinwerfer.
Überraschung. Verwirrung. Verachtung. Belustigung. Die Luft wurde schwer unter dem Gewicht ihrer Blicke.
Der große Saal war wie ein Traum geschmückt – Blumen, Luftballons und Bänder, die in bunten Bögen gespannt waren. In der Mitte prangte eine riesige, mehrstöckige Torte, prunkvoll und unmöglich zu übersehen.
Daneben stand, strahlend im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit, Laura Smith in einem makellosen weißen Kleid, die Hand um den Arm eines Mannes gelegt.
Sebastian Lancaster.
Rachels Ehemann.
Er stand hochgewachsen in einem perfekt geschnittenen schwarzen Anzug da, seine markanten Gesichtszüge wie in Stein gemeißelt. Seine Miene war unergründlich – bis er Laura ansah und etwas fast Unmerkliches seinen Blick weicher werden ließ.
Dann sah er zu Rachel.
Die Wärme verschwand. An ihre Stelle trat eine kalte, ausdruckslose Gleichgültigkeit … und tief darin verborgen das Aufflackern von etwas Dunklerem. Abscheu.
Unter diesem Blick zog sich ihre Brust zusammen, und ein dumpfer Schmerz breitete sich in ihr aus wie Frost.
Lauras Hand flog in gespieltem Schreck zum Mund. „Rachel? Du … du bist wieder da? Heute ist doch gar nicht …“
Sie brach mitten im Satz ab, als wäre ihr gerade etwas eingefallen, und wich hinter Sebastian zurück, als wäre Rachel ein wildes Tier.
Sebastians Arm legte sich schützend um Lauras Schultern, eine fließende, intime Bewegung.
Seine Stimme war eisig, bar jeder Spur von Vertrautheit. „Wer hat dir gesagt, dass du hierherkommen sollst? Verschwinde.“
Ein leises Raunen ging durch die Menge der Gäste.
„Das ist Rachel? Die Frau, die Sebastian betrogen und die Lancaster Group beinahe in den Ruin getrieben hat?“
„Ich dachte, sie hätte fünf Jahre bekommen. Wieso ist sie schon wieder draußen?“
„Gott, was für ein Auftritt. Weiß sie überhaupt, was heute für ein Tag ist?“
Die Worte prasselten wie ein Nadelregen auf sie ein, jedes einzelne schnitt tief, bis Demütigung und Wut in ihr aufstiegen, über ihr zusammenschlugen und sie unter ihrer Last ertränkten.
Vor drei Jahren, in eben diesem Haus, hatte sie aus einem Glas getrunken, das mit etwas versetzt war, das sie nicht schmecken konnte. Sie war mit blauen Flecken übersät, desorientiert und in einem fremden Bett aufgewacht – nur um festzustellen, dass Sebastian im Türrahmen stand, das Gesicht vor Wut verzerrt.
Die Stadt hatte sie als Hure gebrandmarkt, als eine Frau, zu schwach, um der Versuchung zu widerstehen. Sebastians Enttäuschung war in Wut umgeschlagen.
Kurz darauf scheiterte ein Projekt, das Laura geleitet hatte, katastrophal und kostete Millionen. Jeder noch so kleine Beweis wies auf Rachel als Saboteurin hin.
Sie hatte versucht, sich zu erklären, aber niemand hörte ihr zu. Der Fall kam vor Gericht.
Vor dem Prozess hatte Sebastian sie mit einem Ultimatum in die Enge getrieben. Die Arztrechnungen ihres Vaters wuchsen ihnen über den Kopf.
„Du hast bereits Lauras Karriere ruiniert“, hatte er kalt gesagt. „Ich werde nicht zulassen, dass du noch etwas anderes zerstörst. Bekenne dich der Veruntreuung von Firmengeldern schuldig, und dein Vater wird die beste Behandlung bekommen, die man für Geld kaufen kann.“
Für das Leben ihres Vaters hatte Rachel ihr eigenes geopfert.
Der Makel der Untreue. Die Last eines Verbrechens. Sie hatte beides allein getragen.
Und nun, an dem Tag, an dem sie in die Freiheit entlassen wurde, war sie nach Hause gekommen, nur um festzustellen, dass ihr Mann eine glanzvolle Geburtstagsparty für die Frau gab, die ihr alles genommen hatte.
Er hatte nicht einmal daran gedacht, dass sie entlassen wurde.
Rachel sah Sebastians Arm, der um Laura lag, sah die Verachtung in den Augen der Gäste und spürte, wie der letzte Rest Wärme aus ihren Adern wich.
„Das ist mein Haus“, sagte sie.
Ihre Stimme war leise, doch sie durchdrang die Stille wie ein Stein, der in ein stilles Gewässer fällt.
Sebastians Stirn runzelte sich, als fiele es ihm gerade erst wieder ein. Aber das Eis in seinem Blick schmolz nicht – es verhärtete sich. „Na und? Bist du hier, um um einen Drink zu betteln? Oder um Laura noch einen weiteren schönen Tag zu ruinieren?“
Er zog Laura näher an sich. „Du bist hier nicht willkommen. Verschwinde. Sofort.“
Rachel stand wie erstarrt da, ihre Hände und Füße waren taub. Sie blickte auf den Mann, den sie einst geliebt hatte, auf die Frau, die ihr das alles angehängt hatte, und auf den glanzvollen Raum voller Fremder, die niemals die Wahrheit erfahren würden.
Die leise Hoffnung, die sie auf dem ganzen Weg hierher gehegt hatte – dass sich vielleicht, irgendwie, noch etwas retten ließe – zerbrach in diesem Moment und zerfiel zu Asche.
Sie atmete die kalte, schneidende Luft ein und drängte das Brennen in ihrer Kehle und das Stechen in ihren Augen zurück. Sie ignorierte die Blicke der anderen und hielt Sebastians Blick stand.
„Sebastian“, sagte sie mit nun festerer Stimme, auch wenn sie leicht bebte, „ich gehe. Aber gib mir meinen Sohn.“
Im Raum wurde es still, noch stiller als zuvor. Einige Gäste sahen sich verwirrt an und begannen zu tuscheln.
Sebastians Miene verdüsterte sich, seine Kiefermuskeln spannten sich an. Er warf dem Butler, Mike Johnson, der schweigend in der Nähe gestanden hatte, einen flüchtigen Blick zu.
Mike zögerte. „Mr. Lancaster, das …“
„Bringen Sie sie hin“, befahl Sebastian in einem Ton, der keinen Widerspruch duldete. Sein Blick bohrte sich in Rachels, kalt wie Stahl. „Sieh ihn dir an, und dann verschwinde. Für immer.“
Das Gift in seinen Worten schnürte ihr die Brust zu, aber der Gedanke an ihr Kind wog schwerer als alles andere.
Sie stolperte Mike hinterher, ohne Sebastian oder Laura eines weiteren Blickes zu würdigen.
Mike führte sie wortlos nicht in Richtung der hellen, prunkvollen Schlafzimmer des Haupthauses, sondern einen dämmrigen Flur hinunter. Je weiter sie gingen, desto kälter wurde die Luft, in der ein schwacher Geruch nach Feuchtigkeit und Staub lag.
Mit jedem Schritt wurde ihr schwerer ums Herz.
Schließlich blieb Mike vor einer niedrigen, verwitterten Tür stehen. Sie sah aus, als würde sie zu einer längst vergessenen Abstellkammer gehören.
Mit einem Seufzen zog er einen Schlüsselbund von seinem Gürtel und schloss auf.
„Er ist drinnen“, sagte Mike leise, und zum ersten Mal in dieser Nacht lag so etwas wie Mitleid in seiner Stimme.
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Zuletzt aktualisiert: 4/10/2026#351 Kapitel 347: Charles könnte Rachel stehlen
Zuletzt aktualisiert: 4/10/2026
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