
Rache der Alpha nach ihrer Wiedergeburt
Aurora Starling · Abgeschlossen · 417.7k Wörter
Einführung
Doch dann gewährt die Mondgöttin Hannah eine zweite Chance und schickt sie zurück zu dem Tag vor Zoes Rückkehr. Bewaffnet mit dem Wissen um die Zukunft ist Hannah entschlossen, ihr Schicksal zu ändern. Sie schwört, das Rudel ihres Vaters mit ihrem Kind zurückzuerobern, doch Noah zu verlassen, wird nicht so einfach sein, wie sie denkt ...
Kapitel 1
Was ich am meisten bereute, war, diese letzte Diätpille genommen zu haben. Sie nahm mir mein Baby – und danach mein Leben.
Dabei war ich nach keinem Maßstab dick.
Die Ursache für meinen Missbrauch von Diätpillen: mein Ehemann und Alpha des Nachtkamm-Rudels, Noah.
Er war auch die direkte Ursache für meinen Tod.
Als Tochter des Silbermond-Rudels heiratete ich Noah im Rahmen einer politischen Ehe, aber ich war nie diejenige, die er wollte.
Als Noahs Ex-Freundin Zoe wieder in unser Leben trat, brach meine Welt zusammen.
Zoe war einst Noahs schicksalhafte Gefährtin gewesen, doch sie hatte Noah zurückgewiesen und den Alpha eines anderen Rudels geheiratet. Als diese Ehe in einer Scheidung endete, kehrte sie zum Nachtkamm-Rudel zurück.
Zu allem Übel waren Noah und Zoe einst die Lieblinge der Medien und das goldene Paar der Öffentlichkeit gewesen.
Ich wurde zum unfreiwilligen Ziel von Paparazzi, die mich unerbittlich verfolgten und jeden Moment meines Lebens festhielten. Trotz meiner größten Bemühungen um Privatsphäre machten mich die ständige Aufmerksamkeit und die genaue Beobachtung zunehmend neurotisch.
Noah erklärte der Öffentlichkeit nie, was vor sich ging. Während er weiterhin das perfekte öffentliche Bild abgab, litt ich im Stillen, unfähig, mich zu verteidigen. Erschwerend kam hinzu, dass er mich einsamer zurückließ als je zuvor.
Egal, was ich tat, ich konnte seine Aufmerksamkeit nicht erregen. Egal, wie viel Make-up ich trug, egal, wie viel Gewicht ich verlor, ich war nicht gut genug. Ich dachte, es sei meine Schuld.
Das trieb mich noch tiefer in den Abgrund.
Zu viele Diätpillen ließen mich nach Luft schnappen, als würde ein Messer durch meinen Bauch stoßen.
In diesem Moment wurde mir klar, dass ich schwanger war. Meine Schlankheit hatte die Wölbung meines Bauches verborgen. Die chronische Unregelmäßigkeit meiner Periode hatte dazu beigetragen, dass ich keinen Verdacht schöpfte. Als die Ärzte kamen, um mich und das kleine Leben in mir zu retten, war es zu spät.
„Dieser Fötus ist vier Monate alt.“
Das waren die letzten Worte, die ich hörte.
In einer endlosen, mondlosen Nacht verlor ich mein Baby und mein Leben.
…
Ich erwachte vom Geräusch tropfenden Wassers. Meine Seite ruhte auf kühlem Marmor. Ich stöhnte und stand auf, nur um festzustellen, dass ich mich im feuchten Badezimmer meines Schlafzimmers befand.
Wo bin ich?, dachte ich, als ich aufstand. War ich nicht gerade noch tot?
„Madame, Sie sehen perfekt aus“, sagte meine Visagistin, als sie das Badezimmer betrat.
Als ich an mir heruntersah, bemerkte ich, dass ich in rosa, spitzenbesetzte, durchsichtige Babydoll-Dessous gekleidet war. Meine goldenen Locken waren zu lockeren Wellen gebändigt und meine Nägel zu purpurroten Krallen lackiert worden. Mein Schritt schmerzte von einer kürzlichen Bikini-Wachsung und mein Gesicht war geschminkt wie das eines Hollywood-Sternchens.
„Alpha Noah ist bereits unter der Dusche, und ich habe einen Duft für Sie. Vertrauen Sie mir, es ist ein Aphrodisiakum.“
Sie zwinkerte mir spielerisch zu, bevor sie das Parfüm auf die Ablage stellte.
Ich zitterte. Alle Anzeichen deuteten auf dieselbe Ursache hin.
Liebe Göttin, dachte ich, unser monatlicher Paarungstag.
Nach unserer politisch motivierten Heirat hatte Noah einen Tag im Monat für uns reserviert, um uns fortzupflanzen, in dem Versuch, das Erbe des Nachtkamm-Rudels weiterzuführen. Es war die einzige Zeit, in der Noah mir so viel Aufmerksamkeit schenkte, egal wie sehr ich versuchte, ihn zu beeindrucken. Doch der Paarungstag dieses Monats war bereits vorüber, und die letzten drei intimen Tage hatten sich als noch fruchtloser erwiesen, nachdem Zoe zum Rudel zurückgekehrt war.
Warum bin ich so angezogen? Es sei denn …
Ich streckte meinen Kopf zur Tür hinaus.
„Welcher Tag ist heute?“, fragte ich meine Visagistin.
„Der dritte September“, erwiderte sie und sah etwas überrascht aus. „Luna, haben Sie es vergessen? Morgen ist die Aufnahmezermonie.“
Der Tag vor Zoes Rückkehr.
Mein Leben war in die Zeit vor meiner Tragödie zurückversetzt worden? Wie konnte das sein?
Noch vor wenigen Augenblicken war es Dezember gewesen. Ich hatte mit unerträglichen Schmerzen auf dem Boden gelegen, in der einen Hand Diätpillen, während mir die Tränen über die Wangen strömten. Mein Erbe lag zu meinen Füßen, ein blutiger, vier Monate alter Embryo, von dessen Existenz ich nichts gewusst hatte …
Ich erbleichte. Oh, Göttin. Mein Baby.
Ich eilte zum Spiegel und wischte den Beschlag weg. Ich hob meine Dessous an und strich über meinen ausgemergelten Bauch. Nichts schien ungewöhnlich zu sein, aber ich war auch so dünn gewesen, dass ich nicht einmal selbst gemerkt hatte, dass ich überhaupt schwanger war. Daher war ich vorsichtig, mich schon jetzt in Sicherheit zu wiegen.
Trotzdem stieß ich einen leisen Seufzer der Erleichterung aus. Es gab keine Schmerzen, kein Blut, also gab es vielleicht Hoffnung. Vielleicht, nur vielleicht, war ein Wunder geschehen.
Wenn dies wirklich der Tag war, für den ich ihn hielt, dann war ich erst einen Monat mit Noahs Kind schwanger. Ich hatte noch Zeit, das Richtige für mein Kind zu tun. Ich hatte noch Zeit, das Richtige für mich zu tun.
So vieles, was noch nicht geschehen war, musste nun auch nicht mehr geschehen. Ich konnte mein Leben in die Hand nehmen, alles ändern, worüber ich in den letzten Monaten die Kontrolle verloren hatte.
Ich biss mir auf die Unterlippe.
Nein. Ich würde nicht zulassen, dass das noch einmal geschah.
Ich war aus einem bestimmten Grund in diese Zeit wiedergeboren worden. Die Mondgöttin hatte mir eine zweite Chance gegeben, und ich würde sie nutzen, um mich und mein Kind vor einem Mann zu retten, der uns nicht liebte.
Wieder stiegen mir Tränen in die Augen und hinterließen Spuren auf meinem dick geschminkten Gesicht. Ich presste eine Hand auf meine Lippen und versuchte, die Freude zu unterdrücken, die in mir aufstieg.
„Es ist noch Zeit“, flüsterte ich mir selbst zu.
Ich musste nur die toxischen Elemente aus meinem Leben entfernen.
Keine paar Meter von mir entfernt – obwohl es sich anhörte, als wäre es meilenweit weg – wurde die Dusche abgestellt und Noah trat heraus. Er griff nach einem Handtuch und begann, sich abzutrocknen.
„Bringen wir es hinter uns. Bist du bereit?“, riss mich seine tiefe Stimme aus meinen Gedanken.
Ich blickte in den Spiegel und sah Noah ein paar Schritte hinter mir stehen, sein gewaltiges Glied völlig unbedeckt. Seine definierten Bauchmuskeln und schlanken, muskulösen Arme glänzten, als das Wasser an seinem Körper herabperlte, und sein schwarzes, nach hinten gekämmtes Haar sah weich aus. Weiße Zähne blitzten auf, als er spöttisch grinste, und seine dunklen Augen waren von einer fast gelangweilten Miene überschattet.
Tief in meiner Magengrube entzündete sich ein kleiner Funke. Selbst mit seinem mangelnden Interesse an mir schaffte er es, mich anzutörnen. Das hatte er schon immer.
Ein Teil von mir war immer noch Hals über Kopf in den mühelosen Charme und das gute Aussehen meines Mannes verliebt, genau wie an dem Tag, als wir uns kennenlernten, und wünschte sich verzweifelt, dass er meine Liebe erwiderte. Dieser Teil von mir schrie danach, alle Würde über Bord zu werfen und diesen Mann anzuspringen, bevor er es sich anders überlegte. Ich hasste diesen Teil von mir, wollte ihn tief in die hintersten Winkel meines Verstandes verbannen und nie wieder darauf zugreifen können.
Ein größerer Teil von mir konnte nicht vergessen, was er mir in den letzten drei Monaten angetan hatte … was ich nun verhindern konnte.
Noah trat hinter mich und legte seine Hand auf meine Schulter.
„Hast du mich gehört?“, fragte er. „Ich sagte –“
Meine Nägel krallten sich in die Granitplatte unseres Waschbeckens und scharrten darüber. Mein Blick schoss hoch und traf Noahs in einem eiskalten Starren. Er nahm langsam seine Hand von meiner Schulter, ohne seine Augen im Spiegelbild von meinen zu lassen.
„Fass. Mich. Nicht. An.“
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